Herzlich Willkommen auf der Website des DDR-Kabinett-Bochum e.V. !

Auf den folgenden Seiten unserer Website informieren wir Sie über unsere Dauerausstellung zur DDR, die Vereinsarbeit des DDR-Kabinett-Bochum e.V. sowie über aktuelle Veranstaltungen und neue Exponate.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch im DDR-Kabinett-Bochum. Erleben Sie dort eine interessante Reise in die deutsche Geschichte und die Erinnerung an 40 Jahre Deutsche Demokratische Republik.

 

Ebenso freuen wir uns über Ihren Eintrag in unserem Gästebuch und der Teilnahme an unseren Umfragen, die wir zu verschiedenen Anlässen anbieten werden.

 

In diesem Sinne – Freundschaft !

 

Andreas Maluga

1. Vorsitzender des DDR-Kabinett-Bochum e.V.

 

CORONA-PANDEMIE UND AKTUELLE AUSWIRKUNGEN AUF DIE ARBEIT DES DDR-KABINETT-BOCHUM e.V.

Noch immer müssen wir mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie leben und viele Einschränkungen im privaten und auch öffentlichen Leben hinnehmen.  

 

Das hat immer noch Auswirkungen auf die Arbeit des DDR-Kabinett-Bochum e.V. Die Vorstandsarbeit findet weiterhin nur sehr eingeschränkt statt. Geplante Veranstaltungen, auch unsere jährliche Mitgliederversammlung, mussten abgesagt und in das nächste Jahr verschoben werden. 

 

Eine Besichtigung der Ausstellung in der Harkortstraße ist bis auf weiteres ebenfalls nicht möglich. Deswegen werden wir keine Terminabsprachen mehr entgegen nehmen. Solidarität heißt im Moment für uns: Abstand halten! 

 

Die Zukunft der Ausstellung in den Räumlichkeiten ist durch eine große Spendenaktion für das nächste Jahr gesichert. Wir möchten uns herzlich für diese tolle Solidarität in schweren Zeiten bedanken!

 

Wir hoffen weiterhin auf ein baldiges Wiedersehen in naher Zukunft. Bis dahin: Passt auf Euch auf und bleibt gesund!

 

Vorstand des DDR-Kabinett-Bochum e.V.

Liebe Freundinnen und Freunde,
 
zum 25. Mai 2018 tritt die europäische Datenschutzverordnung (DSGVO) in Kraft und die Übergangsregelung endet. Dies führt zu zahlreichen Änderungen im Bereich des Datenschutzes. Aus diesem Grund haben auch wir unsere Datenschutzhinweise erweitert und aktualisiert.

Der Schutz der Privatsphäre hat für uns einen hohen Stellenwert. Daher möchten wir Euch auf unsere Datenschutzerklärung hinweisen. Diese enthält detaillierte Informationen über unseren Umgang mit personen-bezogenen Daten, wie wir diese schützen und welche Rechte man diesbezüglich hast. Die Datenschutzerklärung findet man in unserem Impressum.

"Der Admiral verlässt das Schiff und tritt seine letzte Reise an." - Wir nehmen Abschied von Admiral a.D. Theodor Hoffmann

Und schon wieder müssen wir Abschied nehmen. Am 1. November 2018 verstarb nach schwerer Krankheit, Admiral a.D. Theodor Hoffmann. Für alle die ihn persönlich kannten und unter seinem Kommando ihren Ehrendienst bei der Volksmarine leisteten, ist es ein schmerzlicher Verlust. 

 
Für seine Leistungen zum Schutz der Deutschen Demokratischen Republik wurde Admiral a.D. Theodor Hoffmann mit hohen staatlichen und militärischen Auszeichnungen, darunter dem Vaterländischen Verdienstorden, dem Scharnhorst-Orden, dem Kampforden für Verdienste um Volk und Vaterland u.a., geehrt. Bis zum letzten Tag kämpfte er aktiv für die Rechte der ehemaligen Angehörigen der bewaffneten Organe der DDR, sowie gegen die Verfälschung der Geschichte der DDR und ihrer bewaffneten Kräfte. U.a. war er mehrere Jahre Vorsitzender des Verbandes zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR e.V.
 
Auch die Arbeit des DDR-Kabinett-Bochum begleitete er in den letzten Jahren sehr aufmerksam und solidarisch. Ein Höhepunkt der Wertschätzung war die Teilnahme von Admiral a.D. Theodor Hoffmann auf unserer Festveranstaltung am 8. Oktober 2016, in Erinnerung an den 67. Jahrestag der Gründung der DDR.
 
In Gedanken sind wir bei seinen Angehörigen, Freundinnen und Freunden sowie Genossinnen und Genossen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten und verneigen uns im stillen Gedenken.
 
Vorstand des DDR-Kabinett-Bochum e.V.

ERFOLGREICHE TEILNAHME DES DDR-KABINETT-BOCHUM am 20. UZ-Pressefest 2018

Wer das 20. UZ-Pressefest im Revierpark Dortmund-Wischlingen besuchte, sah in viele zufriedene Gesichter. Besuchten doch insgesamt an die 40.000 Menschen dieses Fest für Frieden und Solidarität. Zur guten Stimmung trug neben dem spät-sommerlichen Wetter vor allem die fast unüberschaubare Programm-vielfalt an Kultur und Diskussions-und Informationsrunden bei. Bereits am Freitagabend war nicht zu übersehen, dass das UZ-Pressefest gut besucht war – von der Hauptbühne bis zum Roten Marktplatz, in der Casa Cuba und auf dem Leninplatz im Ernst-Thälmann-Zelt des DDR-Kabinett-Bochum und der GRH. Politischer Höhepunkt des UZ-Pressefestes war sicherlich das „Antikriegs-Meeting“ am Samstag auf der Hauptbühne. Patrik Köbele als Parteivorsitzender der DKP konnte hier fast 30.000 Unterschriften für den Aufruf „Abrüsten statt Aufrüsten“ an Reiner Braun, einen der Initiatoren der Kampagne, übergeben. Egon Krenz und Petr Parkhitko von der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation kritisierten die Kalten Krieger in Bundesregierung und NATO und ihre Konfrontationspolitik gegenüber Russland. Die internationalen Gäste des UZ-Pressefestes setzen mit einem gemeinsamen Auftritt auf der Hauptbühne ein Zeichen gegen Aufrüstung und die Kriege der NATO.

Über alle drei Tage herrschte auch bei uns im Ernst-Thälmann-Zelt großer Andrang. Neben einer gut besuchten Mitgliederversammlung, die eine Änderung der Satzung zur Erweiterung des Vorstandes beschloss, ging es nahtlos in die erste Veranstaltung unter dem Thema "Solidarität mit den Volksrepubliken im Donbass und Frieden mit Russland" weiter. In Kürze werden wir über die weiteren Veranstaltungshöhepunkte in unserem Zelt berichten.

BILDER-IMPRESSIONEN AUS DEM ERNST-THÄLMANN-ZELT DES DDR-KABINETT-BOCHUM AUF DEM 20. UZ-PRESSEFEST 2018

DAS WAR UNSER PROGRAMM Auf dem 20. UZ-Pressefest 2018

3 Tage volles Programm im Zelt des DDR-Kabinett-Bochum
Programm_Ernst_Thaelmann_Zelt_2018.pdf
PDF-Dokument [2.9 MB]

Armin Stolper: Dramaturg - Schriftsteller - Stückeschreiber - Kommunist - DDR-Bürger   -   SONDERAUSSTELLUNG AB DEM 23. MÄRZ 2018:

Zum 84. Geburtstag des Dramaturgen und Schriftstellers Armin Stolper, eröffnen wir am 23. März 2018 in den Räumen des DDR-Kabinett-Bochum eine Sonderausstellung zu seinem künstlerischen Schaffen in der DDR. Neben seinen Büchern stellen wir die kompletten Auszeichnungen mit Urkunden, Einladungen und Glückwunschschreiben zu den Auszeichnungsakten, Dokumente über seinen Werdegang vom Theater der Bergarbeiter in Senftenberg zum Stadttheater Cottbus, dem Landestheater Halle/S., seine Berufung zum Chefdramaturgen am Deutschen Theater in Berlin und dem Maxim-Gorki Theater, aus. Abgerundet wird die Ausstellung durch Theaterprogramme seiner Inszenierungen. 

72. Jahrestag des Sieges über den Faschismus - 9. Mai 2017 - sowjetisches Ehrenmal in Treptow

Ein Kämpferherz hat aufgehört zu schlagen - In tiefer Trauer um Armeegeneral a.D. Heinz Keßler 

In tiefer Betroffenheit trauern wir um unseren lieben Freund und aufrichtigen Genossen, Armeegeneral a.D. Heinz Keßler, der am 2. Mai 2017 im Alter von 97 Jahren völlig unerwartet verstorben ist. 
 
Mit Heinz verlieren wir einen schwer zu ersetzenden, treuen Kämpfer. Seine Lebensleistungen im Kampf gegen den Hitlerfaschismus, dem Aufbau eines besseren Deutschland,  seine vielzähligen Funktionen in der Staats- und Parteiführung der Deutschen Demokratischen Republik -zuletzt als Armeegeneral und Minister für Nationale Verteidigung- verdienen hohe Anerkennung und Hochachtung.

Seine bis ins hohe Alter scharfsinnige und sachkundige Analyse der politischen Lage in Deutschland und in der Welt wird uns auch in Zukunft in Erinnerung bleiben. In den vergangenen 28 Jahren nach der Konterrevolution in der DDR hat er sich konsequent mit dem herrschenden Zeitgeist auseinandergesetzt. Der gewollten Delegitimierung der DDR ist er mit seiner beeindruckenden Rede vor dem Gericht der Klassenjustiz offensiv entgegengetreten. Heinz war ein unbeugsamer Kämpfer für Frieden und Antifaschismus und standhafter Kommunist. 
 
Mit unserer Arbeit im DDR-Kabinett-Bochum war Heinz Keßler von Beginn an solidarisch verbunden und jede einzelne Begegnung mit ihm wird uns tief im Gedächtnis bleiben. In Gedanken sind wir jetzt ebenfalls bei seiner Familie, den Kindern und Enkelkindern, seinen Freunden und Genossinnen und Genossen.

Wir verneigen uns mit größter Hochachtung vor ihm und werden Heinz stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

Vorstand des DDR-Kabinett-Bochum e.V.

Sowjetfahnen sieht man besser - Dank Euch Ihr Sowjetsoldaten !   -    9. Mai 2017 Sowjetisches Ehrenmal - Berlin-Treptow

Auch in diesem Jahr möchten wir alle Freundinnen und Freunde des DDR-Kabinett-Bochum aufrufen, uns am 9. Mai 2017, zum 72. Jahrestag des Sieges über den Faschismus, wieder mit zahlreichen Sowjetfahnen an der Skulptur des knienden sowjetischen Soldaten zu treffen und dann gemeinsam Blumen am Ehrenmal nieder zu legen. 

Nie wieder Faschismus in Europa! Freundschaft mit Russland! Solidarität mit dem antifaschistischen Kampf im Donbass!
 
Treffpunkt: Montag, 9. Mai 2017, 10:00 Uhr, 
an der Skulptur der knienden Soldaten 
am sowjetischen Ehrenmal, Berlin-Treptow.
 

Gleichzeitig rufen wir dazu auf, sich an den Gedenkveranstaltungen zum Tag der Befreiung, am 8.Mai, in Berlin oder anderen Orten zu beteiligen.

29. Wanderaustellung "Der Palast lebt - trotz alledem"

APPELL - HÄNDE WEG VON RUSSLAND!

Es ist unglaublich und empörend. Panzer rollen wieder gen Rußland. Tausende von Soldaten samt Kriegsausrüstung nehmen in diesen Tagen in Polen an den Grenzen zu Rußland Stellung. Der Truppenaufmarsch an der NATO-Ostgrenze ist eine ernsthafte Gefahr für den Frieden in Europa und darüber hinaus. Und Deutschland an vorderster Front. Bereitwillig stellt es sein Territorium für den militärischen Aufmarsch zur Verfügung. Und wird selbst im Rahmen einer NATO-Operation im Februar des Jahres 500 Soldaten mit Schützen- und Kampfpanzern sowie weiteren Militärfahrzeugen nach Litauen an die russische Grenze schicken. 

 

Nach dem Grundgesetz der BRD hat der Bund "Streitkräfte zur Verteidigung" aufzustellen. Der Aufmarsch bundesdeutscher Truppen an Rußlands Grenzen dient nicht der Verteidigung. Es ist ein Verstoß gegen das Grundgesetz. 

 

"Von Deutschland darf nie wieder Krieg ausgehen", war einst zu Zeiten des Kalten Krieges über-einstimmender Konsens zwischen den feindlichen Lagern. Und einge¬denk der Opfer der Völker der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg sowie des ent¬scheidenden Anteils der Sowjetunion an der Zerschlagung des Hitlerfaschismus galten friedliche Beziehungen mit dem östlichen Nachbarn über Jahrzehnte als ein Grundpfeiler für Frieden und Sicherheit in Europa. 

 

Für das Volk der DDR war Freundschaft mit der Sowjetunion Herzenssache. Dank der brüderlichen Verbundenheit beider Länder konnte die DDR über mehr als vier Jahrzehnte unter friedlichen Bedingungen eine sozialistische Entwicklung nehmen. Politiker der Sowjetunion und der DDR agierten erfolgreich mit Friedensinitiativen auf internationaler Bühne. Gemeinsam mit den sowjetischen und Waffenbrüdern der anderen sozialistischen Staaten schützten unsere Grenz-truppen zuverlässig die territoriale Integrität unserer Länder. Die Armeen der Warschauer Vertragsstaaten garantierten das militärische Gleichgewicht, das für den Friedenserhalt so wichtig war. 

 

Die Sowjetunion existiert nicht mehr. Rußland ist ein kapitalistisches Land. Mit seiner Politik unter Präsident Wladimir Putin leistet es aber in unserer Zeit, in der nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers Krieg wieder ein Mittel der Politik geworden ist, den entscheidenden Beitrag zur Zurückweisung aggressiver imperialistischer Politik. 

 

Diese Erkenntnis und unsere geschichtlichen Erfahrungen verbinden uns in Solidarität und Freundschaft mit der Politik der Russischen Föderation.

 

Leistet Widerstand gegen die Kriegspolitik der BRD!

 

Erklärt Eure Solidarität mit der Politik Rußlands und seinem Präsidenten!

 

Tretet ein für friedliche und freundschaftliche Beziehungen mit Rußland!

 

Im Namen des Vorstandes der GRH e.V.

 

Hans Bauer       Dieter Stiebert

Vorsitzender      Geschäftsführer

Erfolgreiche Teilnahme am UZ-Pressefest 2016!

Das DDR-Kabinett-Bochum und die GRH e.V. beteiligten sich vom 1. bis 3. Juli mit einem eigenen Veranstaltungszelt am UZ-Pressefest im Revierpark Dortmund-Wischlingen. 3 Tage gab es dort ein volles Programm aus Kultur, Diskussion und Vorträgen. Und JEDE dieser Veranstaltung war bis auf den letzten Platz belegt und viele mussten noch vor dem Zelt dem Programm folgen. Damit hätten wir niemals gerechnet. Wir bedanken uns bei Allen, die es uns ermöglicht haben, diesen Beitrag auf dem größten Volksfest der linken Bewegung zu leisten. Bei den Spendern, Helfern, Künstlern und Referenten und natürlich bei den weit über Tausend Besucherinnen und Besuchern unseres Ernst-Thälmann-Zeltes! Wir sehen uns beim nächsten UZ-Pressefest 2018 wieder!

Umgestaltung des SPort-Bereiches im DDR-Kabinett-Bochum

Blog des DDR-Kabinett-Bochum

Nun lag der Fokus, neben der Indienststellung und Beherrschung von neuer Technik vor allem darauf, entsprechend Personal in allen Dienstranggruppen zu rekrutieren und heranzubilden. Bis zum Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht im Januar 1962 war die NVA eine Freiwilligenarmee. Natürlich bildeten die KVP-Angehörigen bereits einen Grundstock an Personal. Dennoch benötigte man in allen Bereichen neue Leute und technische und militärische Spezialisten mußten herangebildet werden. Die FDJ, die sozialistische Jugendorganisation in der DDR, rief ihre Mitglieder auf, sich freiwillig zur NVA zu melden. Da, wo reine Freiwilligkeit nicht half, wurde auch mehr oder weniger sanfter moralischer und argumentativer Druck ausgeübt. Trotzdem kamen bis 1962 vor allem jene zur Armee, die mehr oder weniger wußten, worauf sie sich einließen und das auch wollten. 

Das änderte sich mit der Einführung der Wehrpflicht. Nun hatte jeder taugliche männliche Jugendliche mindestens 18 Monate seinen Wehrdienst bei der NVA, bei den Grenztruppen oder Bereitschaftspolizeieinheiten, was als Wehrersatz-dienst galt, abzuleisten. Die Grenztruppen, die aus der Deutschen Grenzpolizei hervorgegangen waren, galten jedoch nicht als Bestandteil der NVA, auch wenn sie organisatorisch dem Minister für Nationale Verteidigung unterstellt waren und deren Angehörige eine fast gleiche Uniformen trugen. 

Grundlage für die spätere Einberufung war die „Musterung“ genannte Tauglichkeitsuntersuchung, die ab dem 16./17. Lebensjahr bei allen männlichen Jugendlichen durchgeführt wurde. Es gab eine große Gruppe, die aus religiösen oder anderen Gründen grundsätzlich nicht bereit war, eine Waffe in die Hand zu nehmen oder für die DDR einzustehen. Natürlich gab es auch jene, denen es einfach zu unbequem und zu stressig war, Soldat zu werden. Das Gesetz besagte, daß man zum Grundwehrdienst bis zu seinem 27. Lebensjahr und danach höchstens für ein halbes Jahr zu einem Reservistenlehrgang einberufen werden konnte. Die Einberufung für gediente Reservisten im Soldaten- und Unteroffiziersrang zu Reserveübungen war bis zum 55., für Reserveoffiziere bis zum 60. Lebensjahr möglich.

Ab 1964 wurden für jene, die den Dienst an der Waffe aus „Gewissensgründen“ ablehnten, Baueinheiten der NVA geschaffen, in denen die sogenannten Spatensoldaten (so genannt, weil sie einen kleinen Spaten auf den Schulterklappen trugen) dienten. Bei ihnen fiel die Ausbildung an Waffen oder Waffensystemen weg. Sie wurden zu Bauvorhaben innerhalb der Armee herangezogen.

Der normale Wehrdienst dauerte 18 Monate. Als Soldat auf Zeit konnte man sich in der Regel für drei, bei der Volksmarine auch für vier Jahre verpflichten. Berufsunteroffiziere dienten zehn Jahre und Berufsoffiziere verpflichteten sich am Beginn für mindestens 15 Jahre und ab Mitte der 60er Jahre dann für 25 Jahre, ebenso wie die späteren Fähnriche. Die Gründe sich für einen längeren Wehrdienst zu entscheiden waren vielfältig. Die NVA benötigte ständig „Nachschub“ an Militärspezialisten, die eine längere Ausbildungszeit benötigten. Nicht zuletzt gab es Anreize für einen solchen Schritt: Studenten, die sich vor dem Studium für einen längeren Wehrdienst entschieden, erhielten ein höheres Stipendium. Besonders hoch war der Anteil an Zeitsoldaten bei der Volksmarine und bei den Luftstreitkräften. Das hatte damit zu tun, daß bei der Marine alle „fahrenden“ Matrosen mindestens drei und Maate mindestens vier Jahre dienten. Bei den Luftstreitkräften war der Bedarf an Flugzeug-technikern sehr hoch, rechnete man doch auf eine Flugstunde 60 bis 80 Mechanikerstunden. Bei den Landstreitkräften waren es technische Spezialisten, wie Panzerfahrer oder-Kommandanten, Pioniertaucher oder eben Fallschirmjäger.

Die Heranbildung zu Unteroffizieren fand in Unteroffiziersschulen oder in Einzelfällen, wie bei den Fallschirmjägern, in den Einheiten selbst statt. Offiziere besuchten in der Regel eine der vier Offiziersschulen (wobei die Offiziersschule „Rosa Luxemburg“ in Plauen und ab 1984 in Suhl, zu den Grenztruppen gehörte). Gemäß dem Prinzip, daß auch in der Armee allseitig gebildete Persönlichkeiten herangezogen werden sollten, endete die Offiziersausbildung wie ein Fachschulstudium mit einem entsprechenden Abschluß wie Ingenieur oder Ökonom. 1971 erhielten die Offiziersschulen Hochschulstatus und ab 1982 durften sie Diplome verleihen. Für die höhere Offiziersausbildung war die Militärakademie „Friedrich Engels“ in Dresden zuständig. Politkader studierten auch an der Militärpolitischen Hochschule „Wilhelm Pieck“ in Berlin-Grünau. 

Seit den 50er Jahren wurden in der Sowjetunion DDR-Offiziere ausgebildet, allein schon weil die Technik fast ausschließlich von dort kam. Militärakademien gab es u. a. in Moskau, Kaliningrad, Leningrad, Kiew und Baku.

1981 wurde in Prora auf Rügen die Offiziershochschule (OHS) „Otto Winzer“ für ausländische Militärkader gegründet. Die NVA bildete in ihren Lehreinrichtungen bzw. in einigen speziellen Truppenteilen solche Kader aus. Das waren vor allem Soldaten aus Ländern, die im kolonialen Befreiungskampf standen, oder aus befreundeten Armeen sozialistischer Länder.

Neu entstand 1986 die OHS für Militärflieger „Otto Lilienthal“ in Bautzen. Ab 1981 bildete man Militärärzte auch an der Militärmedizinischen Akademie in Bad Saarow aus. Bis dahin war die militärmedizinische Sektion an der Universität Greifswald allein dafür zuständig. Ab 1984 konnten auch Frauen an einzelnen Sektionen der OHS studieren.

Am 2. Oktober 1990 um 24 Uhr hörte die Nationale Volksarmee offiziell auf zu existieren. Die Krise, welche die DDR und die anderen Länder des Warschauer Vertrages erfaßt hatte, wurde zur Krise der NVA. Das Ende war wenig würdevoll. 2000 schreibt Oberst a. D. Prof. Dr. Hanisch in dem 2017 erschienenen Sammelband „Was war die NVA?“ folgendes: „Drei Wochen später, am 3. Oktober, verweigerte die westdeutsche Seite der ostdeutschen den symbolischen Akt der Würde, die alte Fahne einzuholen, die neue zu hissen, den Einschnitt auch musikalisch durch das Abspielen der alten und dann der neuen Hymne zu markieren. Die Rede des alten Ministers anläßlich der Übergabe der NVA vergaß man zu drucken. In der Nacht wurde die Ehrenformation in die neuen Uniformen eingekleidet; es kostete Überzeugungskraft, um zu bewirken, daß alle neuen Bundeswehrsoldaten die üblichen Uniformen tragen durften, also nicht nur die Kampfanzüge, in die man sie stecken wollte. Damit das keine psychologischen Verletzungen hervorrief, verkleideten sich die hohen Offiziere aus Bonn, die zum Übergabeakt Minister Stoltenberg begleiteten, auch in Kampfanzüge, in denen sich die meisten noch nie gesehen hatten, was sie recht komisch fanden, zumal einige Herren etwas voller geworden waren. Ebenso verständlich, daß die neuen Kameraden, erstmals äußerlich ununterscheidbar, das Gefühl der Komik nicht teilen konnten.“ 

Andere machten ähnliche Erfahrungen. Im Buch über die Kampfschwimmer der Volksmarine schrieben ehemalige Offiziere dieser Einheit: „Am 31. Dezember 1990 endete formal das Kampfschwimmerkommando, nachdem im Herbst die überwiegende Mehrheit der Berufssoldaten ihre Entlassung eingereicht hatte. Dem Antrag war per Fernschreiben stattgegeben worden. Jeder Entlassene erhielt eine Urkunde ‚Mit dem Dank und der Anerkennung für Ihren Einsatz beim Aufbau gesamtdeutscher Streitkräfte im Bundeswehrkommando Ost‘. Selten so gelacht!“

Von dem mehr als 130 000 NVA-Soldaten fanden weniger als 1,5 Prozent den Weg in die Bundeswehr. Die Mehrzahl der Berufssoldaten war gezwungen, sich neue Tätigkeiten zu suchen. Das war für viele schwer. Um das Jahr 2000 waren nur rund 18 Prozent der ehemaligen NVA-Berufssoldaten in Vollbeschäftigung. Viele schlugen sich als sogenannte Selbstständige durchs Leben. Das machte sich später bei der Rente, da die NVA-Ansprüche nur zu Teilen anerkannt wurden, äußerst nachteilig bemerkbar. Der neue Staat war der einstweilige Sieger der Geschichte und zeigte alsbald auch gegenüber den Angehörigen der Nationalen Volksarmee sein wahres Gesicht.

Uli Jeschke

(Teil I und Teil II erschienen zuerst in der Monatszeitschrift RotFuchs)

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