Herzlich Willkommen auf der Website des DDR-Kabinett-Bochum e.V. !

Auf den folgenden Seiten unserer Website informieren wir Sie über unsere Dauerausstellung zur DDR, die Vereinsarbeit des DDR-Kabinett-Bochum e.V. sowie über aktuelle Veranstaltungen und neue Exponate.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch im DDR-Kabinett-Bochum. Erleben Sie dort eine interessante Reise in die deutsche Geschichte und die Erinnerung an 40 Jahre Deutsche Demokratische Republik.

 

Ebenso freuen wir uns über Ihren Eintrag in unserem Gästebuch und der Teilnahme an unseren Umfragen, die wir zu verschiedenen Anlässen anbieten werden.

 

In diesem Sinne – Freundschaft !

 

Andreas Maluga

1. Vorsitzender des DDR-Kabinett-Bochum e.V.

 

CORONA-PANDEMIE UND AKTUELLE AUSWIRKUNGEN AUF DIE ARBEIT DES DDR-KABINETT-BOCHUM e.V.

Noch immer müssen wir mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie leben und viele Einschränkungen im privaten und auch öffentlichen Leben hinnehmen.  

 

Das hat immer noch Auswirkungen auf die Arbeit des DDR-Kabinett-Bochum e.V. Die Vorstandsarbeit findet weiterhin nur sehr eingeschränkt statt. Geplante Veranstaltungen, auch unsere jährliche Mitgliederversammlung, mussten abgesagt und in das nächste Jahr verschoben werden. 

 

Eine Besichtigung der Ausstellung in der Harkortstraße ist bis auf weiteres ebenfalls nicht möglich. Deswegen werden wir keine Terminabsprachen mehr entgegen nehmen. Solidarität heißt im Moment für uns: Abstand halten! 

 

Die Zukunft der Ausstellung in den Räumlichkeiten ist durch eine große Spendenaktion für das nächste Jahr gesichert. Wir möchten uns herzlich für diese tolle Solidarität in schweren Zeiten bedanken!

 

Wir hoffen weiterhin auf ein baldiges Wiedersehen in naher Zukunft. Bis dahin: Passt auf Euch auf und bleibt gesund!

 

Vorstand des DDR-Kabinett-Bochum e.V.

Liebe Freundinnen und Freunde,
 
zum 25. Mai 2018 tritt die europäische Datenschutzverordnung (DSGVO) in Kraft und die Übergangsregelung endet. Dies führt zu zahlreichen Änderungen im Bereich des Datenschutzes. Aus diesem Grund haben auch wir unsere Datenschutzhinweise erweitert und aktualisiert.

Der Schutz der Privatsphäre hat für uns einen hohen Stellenwert. Daher möchten wir Euch auf unsere Datenschutzerklärung hinweisen. Diese enthält detaillierte Informationen über unseren Umgang mit personen-bezogenen Daten, wie wir diese schützen und welche Rechte man diesbezüglich hast. Die Datenschutzerklärung findet man in unserem Impressum.

"Der Admiral verlässt das Schiff und tritt seine letzte Reise an." - Wir nehmen Abschied von Admiral a.D. Theodor Hoffmann

Und schon wieder müssen wir Abschied nehmen. Am 1. November 2018 verstarb nach schwerer Krankheit, Admiral a.D. Theodor Hoffmann. Für alle die ihn persönlich kannten und unter seinem Kommando ihren Ehrendienst bei der Volksmarine leisteten, ist es ein schmerzlicher Verlust. 

 
Für seine Leistungen zum Schutz der Deutschen Demokratischen Republik wurde Admiral a.D. Theodor Hoffmann mit hohen staatlichen und militärischen Auszeichnungen, darunter dem Vaterländischen Verdienstorden, dem Scharnhorst-Orden, dem Kampforden für Verdienste um Volk und Vaterland u.a., geehrt. Bis zum letzten Tag kämpfte er aktiv für die Rechte der ehemaligen Angehörigen der bewaffneten Organe der DDR, sowie gegen die Verfälschung der Geschichte der DDR und ihrer bewaffneten Kräfte. U.a. war er mehrere Jahre Vorsitzender des Verbandes zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR e.V.
 
Auch die Arbeit des DDR-Kabinett-Bochum begleitete er in den letzten Jahren sehr aufmerksam und solidarisch. Ein Höhepunkt der Wertschätzung war die Teilnahme von Admiral a.D. Theodor Hoffmann auf unserer Festveranstaltung am 8. Oktober 2016, in Erinnerung an den 67. Jahrestag der Gründung der DDR.
 
In Gedanken sind wir bei seinen Angehörigen, Freundinnen und Freunden sowie Genossinnen und Genossen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten und verneigen uns im stillen Gedenken.
 
Vorstand des DDR-Kabinett-Bochum e.V.

ERFOLGREICHE TEILNAHME DES DDR-KABINETT-BOCHUM am 20. UZ-Pressefest 2018

Wer das 20. UZ-Pressefest im Revierpark Dortmund-Wischlingen besuchte, sah in viele zufriedene Gesichter. Besuchten doch insgesamt an die 40.000 Menschen dieses Fest für Frieden und Solidarität. Zur guten Stimmung trug neben dem spät-sommerlichen Wetter vor allem die fast unüberschaubare Programm-vielfalt an Kultur und Diskussions-und Informationsrunden bei. Bereits am Freitagabend war nicht zu übersehen, dass das UZ-Pressefest gut besucht war – von der Hauptbühne bis zum Roten Marktplatz, in der Casa Cuba und auf dem Leninplatz im Ernst-Thälmann-Zelt des DDR-Kabinett-Bochum und der GRH. Politischer Höhepunkt des UZ-Pressefestes war sicherlich das „Antikriegs-Meeting“ am Samstag auf der Hauptbühne. Patrik Köbele als Parteivorsitzender der DKP konnte hier fast 30.000 Unterschriften für den Aufruf „Abrüsten statt Aufrüsten“ an Reiner Braun, einen der Initiatoren der Kampagne, übergeben. Egon Krenz und Petr Parkhitko von der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation kritisierten die Kalten Krieger in Bundesregierung und NATO und ihre Konfrontationspolitik gegenüber Russland. Die internationalen Gäste des UZ-Pressefestes setzen mit einem gemeinsamen Auftritt auf der Hauptbühne ein Zeichen gegen Aufrüstung und die Kriege der NATO.

Über alle drei Tage herrschte auch bei uns im Ernst-Thälmann-Zelt großer Andrang. Neben einer gut besuchten Mitgliederversammlung, die eine Änderung der Satzung zur Erweiterung des Vorstandes beschloss, ging es nahtlos in die erste Veranstaltung unter dem Thema "Solidarität mit den Volksrepubliken im Donbass und Frieden mit Russland" weiter. In Kürze werden wir über die weiteren Veranstaltungshöhepunkte in unserem Zelt berichten.

BILDER-IMPRESSIONEN AUS DEM ERNST-THÄLMANN-ZELT DES DDR-KABINETT-BOCHUM AUF DEM 20. UZ-PRESSEFEST 2018

DAS WAR UNSER PROGRAMM Auf dem 20. UZ-Pressefest 2018

3 Tage volles Programm im Zelt des DDR-Kabinett-Bochum
Programm_Ernst_Thaelmann_Zelt_2018.pdf
PDF-Dokument [2.9 MB]

Armin Stolper: Dramaturg - Schriftsteller - Stückeschreiber - Kommunist - DDR-Bürger   -   SONDERAUSSTELLUNG AB DEM 23. MÄRZ 2018:

Zum 84. Geburtstag des Dramaturgen und Schriftstellers Armin Stolper, eröffnen wir am 23. März 2018 in den Räumen des DDR-Kabinett-Bochum eine Sonderausstellung zu seinem künstlerischen Schaffen in der DDR. Neben seinen Büchern stellen wir die kompletten Auszeichnungen mit Urkunden, Einladungen und Glückwunschschreiben zu den Auszeichnungsakten, Dokumente über seinen Werdegang vom Theater der Bergarbeiter in Senftenberg zum Stadttheater Cottbus, dem Landestheater Halle/S., seine Berufung zum Chefdramaturgen am Deutschen Theater in Berlin und dem Maxim-Gorki Theater, aus. Abgerundet wird die Ausstellung durch Theaterprogramme seiner Inszenierungen. 

72. Jahrestag des Sieges über den Faschismus - 9. Mai 2017 - sowjetisches Ehrenmal in Treptow

Ein Kämpferherz hat aufgehört zu schlagen - In tiefer Trauer um Armeegeneral a.D. Heinz Keßler 

In tiefer Betroffenheit trauern wir um unseren lieben Freund und aufrichtigen Genossen, Armeegeneral a.D. Heinz Keßler, der am 2. Mai 2017 im Alter von 97 Jahren völlig unerwartet verstorben ist. 
 
Mit Heinz verlieren wir einen schwer zu ersetzenden, treuen Kämpfer. Seine Lebensleistungen im Kampf gegen den Hitlerfaschismus, dem Aufbau eines besseren Deutschland,  seine vielzähligen Funktionen in der Staats- und Parteiführung der Deutschen Demokratischen Republik -zuletzt als Armeegeneral und Minister für Nationale Verteidigung- verdienen hohe Anerkennung und Hochachtung.

Seine bis ins hohe Alter scharfsinnige und sachkundige Analyse der politischen Lage in Deutschland und in der Welt wird uns auch in Zukunft in Erinnerung bleiben. In den vergangenen 28 Jahren nach der Konterrevolution in der DDR hat er sich konsequent mit dem herrschenden Zeitgeist auseinandergesetzt. Der gewollten Delegitimierung der DDR ist er mit seiner beeindruckenden Rede vor dem Gericht der Klassenjustiz offensiv entgegengetreten. Heinz war ein unbeugsamer Kämpfer für Frieden und Antifaschismus und standhafter Kommunist. 
 
Mit unserer Arbeit im DDR-Kabinett-Bochum war Heinz Keßler von Beginn an solidarisch verbunden und jede einzelne Begegnung mit ihm wird uns tief im Gedächtnis bleiben. In Gedanken sind wir jetzt ebenfalls bei seiner Familie, den Kindern und Enkelkindern, seinen Freunden und Genossinnen und Genossen.

Wir verneigen uns mit größter Hochachtung vor ihm und werden Heinz stets ein ehrendes Gedenken bewahren.

Vorstand des DDR-Kabinett-Bochum e.V.

Sowjetfahnen sieht man besser - Dank Euch Ihr Sowjetsoldaten !   -    9. Mai 2017 Sowjetisches Ehrenmal - Berlin-Treptow

Auch in diesem Jahr möchten wir alle Freundinnen und Freunde des DDR-Kabinett-Bochum aufrufen, uns am 9. Mai 2017, zum 72. Jahrestag des Sieges über den Faschismus, wieder mit zahlreichen Sowjetfahnen an der Skulptur des knienden sowjetischen Soldaten zu treffen und dann gemeinsam Blumen am Ehrenmal nieder zu legen. 

Nie wieder Faschismus in Europa! Freundschaft mit Russland! Solidarität mit dem antifaschistischen Kampf im Donbass!
 
Treffpunkt: Montag, 9. Mai 2017, 10:00 Uhr, 
an der Skulptur der knienden Soldaten 
am sowjetischen Ehrenmal, Berlin-Treptow.
 

Gleichzeitig rufen wir dazu auf, sich an den Gedenkveranstaltungen zum Tag der Befreiung, am 8.Mai, in Berlin oder anderen Orten zu beteiligen.

29. Wanderaustellung "Der Palast lebt - trotz alledem"

APPELL - HÄNDE WEG VON RUSSLAND!

Es ist unglaublich und empörend. Panzer rollen wieder gen Rußland. Tausende von Soldaten samt Kriegsausrüstung nehmen in diesen Tagen in Polen an den Grenzen zu Rußland Stellung. Der Truppenaufmarsch an der NATO-Ostgrenze ist eine ernsthafte Gefahr für den Frieden in Europa und darüber hinaus. Und Deutschland an vorderster Front. Bereitwillig stellt es sein Territorium für den militärischen Aufmarsch zur Verfügung. Und wird selbst im Rahmen einer NATO-Operation im Februar des Jahres 500 Soldaten mit Schützen- und Kampfpanzern sowie weiteren Militärfahrzeugen nach Litauen an die russische Grenze schicken. 

 

Nach dem Grundgesetz der BRD hat der Bund "Streitkräfte zur Verteidigung" aufzustellen. Der Aufmarsch bundesdeutscher Truppen an Rußlands Grenzen dient nicht der Verteidigung. Es ist ein Verstoß gegen das Grundgesetz. 

 

"Von Deutschland darf nie wieder Krieg ausgehen", war einst zu Zeiten des Kalten Krieges über-einstimmender Konsens zwischen den feindlichen Lagern. Und einge¬denk der Opfer der Völker der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg sowie des ent¬scheidenden Anteils der Sowjetunion an der Zerschlagung des Hitlerfaschismus galten friedliche Beziehungen mit dem östlichen Nachbarn über Jahrzehnte als ein Grundpfeiler für Frieden und Sicherheit in Europa. 

 

Für das Volk der DDR war Freundschaft mit der Sowjetunion Herzenssache. Dank der brüderlichen Verbundenheit beider Länder konnte die DDR über mehr als vier Jahrzehnte unter friedlichen Bedingungen eine sozialistische Entwicklung nehmen. Politiker der Sowjetunion und der DDR agierten erfolgreich mit Friedensinitiativen auf internationaler Bühne. Gemeinsam mit den sowjetischen und Waffenbrüdern der anderen sozialistischen Staaten schützten unsere Grenz-truppen zuverlässig die territoriale Integrität unserer Länder. Die Armeen der Warschauer Vertragsstaaten garantierten das militärische Gleichgewicht, das für den Friedenserhalt so wichtig war. 

 

Die Sowjetunion existiert nicht mehr. Rußland ist ein kapitalistisches Land. Mit seiner Politik unter Präsident Wladimir Putin leistet es aber in unserer Zeit, in der nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers Krieg wieder ein Mittel der Politik geworden ist, den entscheidenden Beitrag zur Zurückweisung aggressiver imperialistischer Politik. 

 

Diese Erkenntnis und unsere geschichtlichen Erfahrungen verbinden uns in Solidarität und Freundschaft mit der Politik der Russischen Föderation.

 

Leistet Widerstand gegen die Kriegspolitik der BRD!

 

Erklärt Eure Solidarität mit der Politik Rußlands und seinem Präsidenten!

 

Tretet ein für friedliche und freundschaftliche Beziehungen mit Rußland!

 

Im Namen des Vorstandes der GRH e.V.

 

Hans Bauer       Dieter Stiebert

Vorsitzender      Geschäftsführer

Erfolgreiche Teilnahme am UZ-Pressefest 2016!

Das DDR-Kabinett-Bochum und die GRH e.V. beteiligten sich vom 1. bis 3. Juli mit einem eigenen Veranstaltungszelt am UZ-Pressefest im Revierpark Dortmund-Wischlingen. 3 Tage gab es dort ein volles Programm aus Kultur, Diskussion und Vorträgen. Und JEDE dieser Veranstaltung war bis auf den letzten Platz belegt und viele mussten noch vor dem Zelt dem Programm folgen. Damit hätten wir niemals gerechnet. Wir bedanken uns bei Allen, die es uns ermöglicht haben, diesen Beitrag auf dem größten Volksfest der linken Bewegung zu leisten. Bei den Spendern, Helfern, Künstlern und Referenten und natürlich bei den weit über Tausend Besucherinnen und Besuchern unseres Ernst-Thälmann-Zeltes! Wir sehen uns beim nächsten UZ-Pressefest 2018 wieder!

Umgestaltung des SPort-Bereiches im DDR-Kabinett-Bochum

Blog des DDR-Kabinett-Bochum

26.02.2021
Andreas Maluga
Keine Kommentare

Buchumschlag einer Veröffentlichung der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin von Wolfgang Hütt - VEB Verlag der Kunst Dresden - aus dem Archivbestand des DDR-Kabinett-Bochum e.V.

von Peter Michel*

Zum 100. Geburtstag von Willi Sitte - Ineinander von Qual und Glanz

In den Jahren nach der so genannten „Wende“ gab es viel Streit um ihn. Die ihn als „Staatskünstler“ diffamierten, sind etwas leiser geworden, und es gibt mehr und mehr Hoffnung auf einen sachlicheren Umgang mit seinem Leben und seinem Werk. Der dumme Hass, der ihn – diesen streitbaren Menschen – manchmal niederdrückte, artikuliert sich heute oft diffiziler. Dank unermüdlicher Anstrengungen seiner Freunde und Verehrer kam es in ganz Deutschland immer wieder zu Ausstellungen und Publikationen, die dafür sorgten, dass er nicht vergessen wurde. In der Domkurie Merseburg entstand unter großen Mühen die „Sitte-Galerie für realistische Kunst“, die einen großen Teil seines künstlerischen Nachlasses aufnahm.

Diese Galerie wurde in jüngster Zeit wegen fehlender Fördermittel kaputtgespart. Ende Juli 2021 endet das Sperrjahr der Stiftung. Bis dahin findet dort anlässlich seines 100. Geburtstages eine letzte, abschließende Ausstellung statt, die unter den gegenwärtigen Corona-Bedingungen ihre Schwierigkeiten haben wird. Danach wird das Gebäude zur Tourist-Information der Stadt Merseburg. Die dort eingelagerten Werke Willi Sittes wandern zum Teil als Dauerleihgabe in das Kunstmuseum Moritzburg in Halle (Saale) und in den Privatbesitz seiner Familie zurück.

Es gibt jedoch einen Lichtblick: Das Kunstmuseum Moritzburg mit seinem Leiter Thomas Bauer-Friedrich, der aus der Galerieszene Chemnitz nach Halle kam und Kunst aus der DDR ganz selbstverständlich in den Ausstellungsteil „Wege der Moderne“ einordnete, plant eine große Willi-Sitte-Retrospektive, deren Vernissage eigentlich schon für den 17. Oktober 2020 vorgesehen war, aber coronabedingt verschoben werden musste. Nun ist die Eröffnung für den 2. Oktober 2021 festgesetzt, denn der 3. Oktober, der „Tag der deutschen Einheit“, wird diesmal mit einer Jubelfeier in Halle (Saale) begangen; dort wird sich voraussichtlich die Hautevolee der Bundesrepublik treffen. Es ist sicher eine kluge Entscheidung, beides zu koppeln. Thomas Bauer-Friedrich beabsichtigt, das gesamte Museum für diese Retrospektive zu nutzen. Sie wird unter dem Motto „Sittes Welt“ stehen, bis zum 9. Januar 2022 andauern und Werke zeigen, die zwischen den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts und 2005 entstanden. Diese Ausstellung soll anschließend durch andere Museen wandern und unter anderem in der Bundeskunsthalle Bonn und in der Rostocker Kunsthalle zu sehen sein. Eine späte Wiedergutmachung für die Hetze gegen Willi Sitte? Sicher. Zu solchen Schritten gehört immer noch Haltung.

Der Filmemacher Reinhold Jaretzky von der Firma „Zauberberg-Film“ drehte einen Film über Willi Sitte, der am 25. Februar 2021 im mdr-Fernsehen gezeigt werden soll. Auch er wird unsere Erinnerungen an diesen großen Künstler wachhalten.

Er wohnte und arbeitete in Halle, doch seine Wurzeln lagen in Nordböhmen. Dort, in Kratzau (Chrastava), wo er in einer bäuerlichen Umgebung unter ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, wo er schon als Kind am Liebsten zeichnete, lernte er durch Großvater und Vater sozialdemokratisches und kommunistisches Gedankengut kennen. Nach einem Studium an der Kunstschule des Gewerbemuseums Reichenberg und an der Meisterschule für monumentale Malerei in Kronenburg/Eifel, von der er wegen Unbotmäßigkeit in den Kriegsdienst geschickt wurde, erlebte er die Schrecken des Völkermordens und lief 1944 zu den italienischen Partisanen über. In Mailand, Vicenza und Venedig setzte er 1945/46 seine Studien fort, kehrte 1946 nach Kratzau zurück, verlor seine Heimat durch Umsiedlung und ließ sich zunächst in Heiligenstadt und schließlich in Halle nieder.

Er hatte es vermocht, über viele Jahre hinweg seinen Standpunkt zu behaupten – immer im Zusammenhang mit der Entwicklung seiner bildnerischen Sprache, mit der er mitten ins Schwarze unserer fragwürdigen Epoche traf. Er verstand es, unerbittlich gegen Unverständnis und Intoleranz anzukämpfen und sich durchzusetzen. Das brachte ihm schließlich das Vertrauen vieler seiner Künstlerkollegen ein, die ihn 1974 zu ihrem Verbandspräsidenten wählten. Als er 1988 aus seinem Präsidentenamt ausschied, warf er den riesigen Blumenstrauß, der ihm zum Dank überreicht worden war, ins Auditorium des Künstlerkongresses zurück. Umso größer war seine Enttäuschung, dass sich nach 1989 in einer verfolgungssüchtigen Atmosphäre zahlreiche Künstler, für die er sich engagiert hatte, von ihm abwandten.

Die letzten Jahre seines Lebens waren ein Kampf mit den irreparablen Folgen ärztlichen Versagens, ein verzweifeltes Ringen, aufgezwungene Schwäche zu überwinden und trotz aller körperlichen Behinderung weiter zu malen. Freunde umringten ihn wie eh und je und halfen ihm mit Solidarität und menschlicher Wärme, in dieser tragischen Situation neuen Mut zu schöpfen. Doch er glitt mehr und mehr in ein Dahindämmern mit wachen Augenblicken, ständig liebevoll betreut von seiner Frau Ingrid, und zeichnete noch hin und wieder in sein Skizzenbuch. Diese erzwungene Loslösung vom Malen großer Formate hat ihn deprimiert. Es war eine Art Nachleben, das vergebens nach produktiver Stütze suchte, und schließlich war der Tod stärker. Er starb am 8. Juni 2013.

In seiner Arbeit schöpfte er aus einem riesigen Arsenal. Es umfasste die gesamte europäische Kunstgeschichte, die antike Mythologie, die Etappen deutscher Historie von den Bauernkriegen bis zur Gegenwart und die Literatur – Bertolt Brecht, Wladimir Majakowski, Kurt Tucholsky, Carl von Ossietzky, Erik Neutsch, Sarah und Rainer Kirsch … Er artikulierte mit unverwechselbaren bildnerischen Mitteln seinen Abscheu vor Faschismus und imperialistischen Kriegen ebenso wie seine Glücksvorstellungen und seine Kritik. Thomas Mann resümierte sein eigenes Leben am Ende als ein „Ineinander von Qual und Glanz“. Das trifft auch auf Willi Sitte zu.

Wenn ich an ihn zurückdenke, bin ich ihm für vieles dankbar, unter anderem für seine schützende Hand, die er mir mehrfach bot bei doktrinären Angriffen gegen die Zeitschrift „Bildende Kunst“. Das werde ich ebenso wenig vergessen wie seine solidarische Haltung, als er mich in den Neunzigerjahren bat, einige seiner Ausstellungen in den alten Bundesländern zu eröffnen – in Wittlich, Lampertheim, Neu-Ulm, Seeheim-Jugenheim, Freudenstadt und andernorts. Es gibt viele, die solche Hilfsbereitschaft spürten. Die es betrifft, haben es nicht vergessen; die es nicht wahr haben wollen, verschweigen es.

Totentanz des Dritten Reiches

Für seine Freunde, junge Partisanen, zeichnete Willi Sitte als Dreiundzwanzigjähriger in den letzten Monaten des Krieges in einem kleinen norditalienischen Dorf seinen ersten Zyklus, den „Totentanz des Dritten Reiches“. Es entstanden fünf Blätter, angeregt durch die Allegorien der Holzschnittfolgen „Apokalypse“ von Albrecht Dürer und „Auch ein Totentanz“ von Alfred Rethel. Er zeichnete altmeisterlich mit Feder und Sepia, gab seinen Figuren symbolische Bedeutungen, komponierte die Blätter in akademischer Manier, führte Schraffuren und Faltenwürfe aus wie auf alten Kupferstichen und erfand – wie Dürer – ein Monogramm, das er auf einer dieser Zeichnungen als kleine Tafel an einer ruinösen Wand anbrachte. Sitte stand damals am Beginn seiner künstlerischen Entwicklung.

Im Blatt „Einberufung“ dieses Zyklus stellte er ein Genre der faschistischen Blut-und-Boden-Kunst auf den Kopf. Eine arische bäuerliche Familie, die unter dem obligatorischen Bildnis des Führers vielleicht gerade gläubig seinen eifernden Durchhalteparolen aus dem Volksempfänger gelauscht hat, wird in ihrer scheinbaren Sicherheit durch den uniformierten Tod aufgestört, der – im Stechschritt marschierend – wie eine Katastrophe in dieses Idyll einbricht. Begleitet wird er von einem symbolhaft schnüffelnden Hund: einem Bluthund, ein Hinweis auf die Gesinnungsschnüffelei der Gestapo – und wer die letzten Kriegsjahre noch im Gedächtnis hat, wird sich an die „Kettenhunde“ erinnern, die Deserteure jagten. Der junge Mann, der den Einberufungsbefehl, seinen Totenschein, entgegennimmt, erstarrt im Hitlergruß. Die Reaktionen der Überraschten sind typisiert. Aus einem kleinbürgerlich-selbstzufriedenen Sujet ist ein entlarvendes Bild der Endzeit geworden. Sitte ist – bei allen Mühen des Anfangs – schon auf dem Weg der künstlerischen Verdichtung. Was hier noch an epischer Breite auffällt, wird in der Folgezeit stärker komprimiert und zugleich assoziationsreicher. Die karikierenden Züge steigerte Sitte später oft bis zum ätzenden Sarkasmus.

In seinem Totentanz-Zyklus wird schon etwas deutlich, das als konstituierendes Element sein ganzes weiteres Werk durchzog: sein politisches Engagement, aus dem sich später die intensive Suche nach adäquaten Ausdrucksweisen, nach seinem Personalstil, entwickelte. Dieser Stil schloss über viele Jahre auch Anregungen aus den Werken Pablo Picassos, Fernand Légers, Lovis Corinths und anderer Vertreter der Klassischen Moderne ein, was ihm in den Jahren der „Formalismusdiskussion“ oft Ärger einbrachte. Vor allem die Beschäftigung mit dem Werk des großen Realisten Gustave Courbet führte ihn schließlich zu seiner unverwechselbaren künstlerischen Handschrift, die mancher als „sozialistischen Barock“ bezeichnet. Alle diese Phasen gehören zu seinem Werk. Es ist nicht möglich, eine gegen die andere auszuspielen. Andere Künstler entwickelten aus ihrer Beschäftigung mit der Moderne eine „Masche“, um auf dem Kunstmarkt zu bestehen. Für Sitte war das immer ein Akt lebendiger Aneignung, der zugleich das Eigene bestärkte. Wie jeder ernstzunehmende Künstler bezog Willi Sitte seine Stoffe und Ausdrucksmittel sowohl aus der widersprüchlichen Wirklichkeit als auch aus anderer Kunst.

Das ganze Leben

So gibt es zum Beispiel immer wieder Bezüge zur europäischen Altarmalerei, unter anderem zur Kunst des Italieners Andrea Mantegna, der in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts lebte und dessen Gemälde „Beweinung Christi“ wegen der extremen perspektivischen Verkürzung des Leichnams als sein außergewöhnlichstes Werk gilt. Schon in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts hatte Willi Sitte die dem Flügelaltar entlehnte Pathos-Form des Triptychons für wichtige Arbeiten genutzt und sie teilweise – zum Beispiel als Diptychon oder Polyptychon – entsprechend seiner Aussageabsicht variiert. Dabei nutzte er oft die Predella, um – wie seine kunsthistorischen Anreger von Grünewald bis Dix – Gestorbene, Ermordete, gefallene Opfer im Breitformat unter die jeweiligen Haupttafeln zu betten. Das geschah beispielsweise in seinen Lidice-Bildern oder in der Predella seines Diptychons „Die Überlebenden“.

Dieses großformatige Tafelbild gehört seit den Sechzigerjahren zum Bestand der Galerie Neue Meister in Dresden. Als die „Wende“ nahte, verbannte der damalige Direktor das Gemälde trotz vieler Proteste in vorauseilendem Gehorsam aus den Ausstellungsräumen ins Depot mit der fadenscheinigen Begründung, es sei nicht so gut, wie es groß sei. Dort lagerte es, bis es 2018 in einer vom Dresdener Publikum energisch geforderten Schau mit dem Titel „Ostdeutsche Malerei und Skulptur 1949 bis 1990“ endlich unter den ausgewählten Werken war. Bis Anfang Januar 2019 konnten die älteren Museumsbesucher nun lang Vermisstes wiedersehen, die Jüngeren entdeckten es neu. Man darf gespannt sein, wann im Dresdener Albertinum ein normaler Umgang mit solcher Kunst endgültig Einzug hält.

Auch das Diptychon „Sie wollten nur schreiben und lesen lehren“, das schon auf der X. Kunstausstellung der DDR 1987/88 Aufsehen erregt hatte, wurde in der am 11. Oktober 2019 im Städtischen Museum Dresden eröffneten Ausstellung „Ende der Eindeutigkeit“ wieder gezeigt. Dort war eine kluge Auswahl von 114 Werken aus dem Bereich Malerei der X. Kunstausstellung der DDR zu sehen. Sie rief bei vielen Besuchern Heimatgefühle hervor. Mit diesem und anderen Werken durchbrach Sitte den kunsthistorischen Kanon des Altarbildes. Er stellte die Predella dominierend als hochformatige Tafel auf, meisterte bravourös die dadurch notwendigen perspektivischen Verkürzungen und zwang damit den Blick des Betrachters von der als Stillleben gestalteten, darunter gesetzten breiteren Fläche immer wieder nach oben und in die Raumtiefe. Was als bildnerisches Epos erzählt werden könnte, wird auf wenige symbolhafte Gegenstände und Figuren reduziert. Die blutigen Aktionen der Contras gegen Menschen, die die sandinistische Revolution unterstützten – Ärzte, Bauern, Entwicklungshelfer, Lehrer –, auch das solidarische Mit-Leiden mit den Opfern werden erlebbar. Ein Stillleben wird zur Metapher der begonnenen Alphabetisierung. Die beiden ermordeten Lehrer sind – dargeboten wie auf einer Bühne – ein Gegenstück zu Willi Sittes vitalen Liebespaaren.

So weist dieses Bild auf den Reichtum eines Lebenswerkes hin. Seine Kunst war immer politisch. Er klagte an, stellte sich auf die Seite der Unterdrückten, nahm Partei für revolutionäre Veränderungen, feierte die Schönheit des Lebens, ehrte in seinen Hommagen seine geistigen und künstlerischen Vorbilder, machte Gegner – zum Beispiel in seinen „Mittelmaß“-Bildern – lächerlich, kritisierte kleinbürgerliches Denken auch in den eigenen Reihen, war enttäuscht über das Versagen vieler Arbeiter in der „Wendezeit“, wandte sich gegen engstirnige Einengungen des Realismusbegriffs und blieb sich auch nach 1989/90 in seiner Haltung treu. Wir ehren ihn, indem wir dafür sorgen, dass seine Kunst nicht vergessen wird.

Quelle: Unsere Zeit-UZ - 26. Februar 2021

* Dr. Peter Michel ist Kunstwissenschaftler und Autor.  Er arbeitete u.a. als Sekretär des Zentralvorstandes des Verbands Bildender Künstler der DDR (VBK).  1991 war er Gründungsmitglied des Vereins Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM) und Mitglied des Bundesvorstandes der GBM. Ebenso Sprecher des Arbeitskreises „Kultur“ der GBM und Gründungsmitglied des Freundeskreises „Kunst aus der DDR“.

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Hier finden Sie uns:

DDR-Kabinett-Bochum e.V.
Harkortstr. 26

44866 Bochum

Kontakt:

Rufen Sie einfach an:

Andreas Maluga

Mobil: 01575 - 68 303 74

Tel.: (d.) 0234 - 1 39 39

e-mail: a.maluga@ddr-kabinett-bochum.de

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Ausstellungsbesuch

Nach Absprache.

 

English
The GDR in the Ruhr.pdf
PDF-Dokument [109.1 KB]
French
French.pdf
PDF-Dokument [1.1 MB]
Russian
Russian.pdf
PDF-Dokument [193.8 KB]
Druckversion Druckversion | Sitemap
© DDR-Kabinett-Bochum e.V. 2013