Lieber Genosse Andreas Maluga,

als wir von unseren Freunden aus Halle erfuhren, dass Du mit Deinen Genossen und Freunden das "DDR-Kabinett Bochum e.V." ins Leben gerufen hast, wussten wir, dass eine Generation hervorgetreten ist, die, wie der französische Sozialist und Philosoph Jean Jaurès gefordert hat, aus der Geschichte nicht die Asche, sondern das Feuer holt.

Und das in Bochum, inmitten der linken Herzkammer der deutschen Arbeiterbewegung! Hier hatte unsere gemeinsame Geschichte außergewöhnliche Höhepunkte. Von hier ging in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts der Ruf aus " schlagt Poincare an der Ruhr und Cuno an der Spree". Die ausgelöste Bewegung stürtzt nicht nur Cuno und Poincare, sondern schützte auch die sozialen Errungenschaften der Novemberrevolution. Die führenden Kräfte waren die KPD und die KPF.

Erst Jahrzehnte später, nach der Zerschlagung des Faschismus, entstand auch aus der Tradition der Ruhrkämpfe die sozialistische DDR, die die größte Errungenschaft der deutschen Arbeiterbewegung war und bleibt.

Unsere Niederlage, die schwere Wunden in die sozialistische Bewegung schlug, war zwar eine Folge unserer Fehler und Irrungen, jedoch unterlagen wir im internationalen Klassenkampf vor allem den 70 Jahre währenden Dauerkrieg des vereinten Kapitals, der nach dem Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in Russland begann. Der 2. Weltkrieg und der folgende Kalte Krieg mit seiner Hochrüstung überforderte unsere ökonomischen Kräfte und so gelang uns das wichtigste nicht: Wir konnten die ökonomische Hauptaufgabe nicht lösen.

Was nun folgte, war der Versuch der rechten Kräfte der BRD, mit der Delegitimierung der DDR und ihrer Umwandlung in einen "menschenverachtenden Unrechtsstaat" die historische Wahrheit vom Sozialismus auf deutschem Boden auszulöschen.

Aber unsere große Idee von der Befreiung der Menschheit von der kapitalistischen Ausbeutung hat keinen genetischen Defekt, wie es der militante Antikommunismus zu beweisen versucht und eine objektive Würdigung der DDR ist nur möglich, wenn man sie mit ihrenVorgängern und Nachfolgern vergleicht. Das waren das "3. Reich" und die BRD. Bei so einem Vergleich schneidet die DDR außergewöhnlich gut ab.

Sie war nicht nur von Anfang an ein antifaschistischer Staat, sie war auch bei der Durchsetzung der sozialen Gerechtigkeit und bei der Einhaltung einer konsequenten Friedenspolitik der BRD haushoch überlegen.

Den Beweis dafür trat sie auch in den 18 Jahren ihrer Mitgliedschaft in der UNO an. Wir selbst waren als DDR-Diplomaten 5 Jahre in New York tätig und nicht ein einziges Mal erlebten wir, das seitens der BRD, noch eines anderen Mitgliedstaates, die DDR wegen der Verletzung von Menschenrechten angeklagt wurde. Den "Unrechtstaat" erfand die BRD erst, nachdem ganze 3% der Bevölkerung der DDR, vereint in einer "Bürgerrechtsbewegung" meinten, eingemauert leben zu müssen und nicht in den Westen reisen zu dürfen. Der Kalte Krieg, nicht die DDR, hatte aber dafür die Bedingungen geschaffen. Die BRD erkannte nicht einmal die Staatsbürgerschaft der DDR an.

Infolge der historischen Mission, die die DDR vor allem bei der Erhaltung und Sicherung des Friedens in Europa und der Welt über 45 Jahre lang erfüllt, gibt es keinen Grund, nicht erhaben auf sie zurückzublicken und sie in der Erinnerung zu bewahren.

Lasst deshalb euer DDR-Kabinett zu einer Begegnungsstätte der Jugend mit denen werden, die unseren Kampf und den "Trotzalledem-Beitrag" der DDR bei der Erhaltung des Friedens in Europa und der Schaffung einer neuen, sozial gerechteren Gesellschaft beurteilen können.

Seid euch bewusst, dass in jeder Begegnung mit der eigenen oder der Väter Vergangenheit etwas liegt, was uns Kraft gibt und Mut macht und vor allem für die jungen Menschen von heute wichtig sein kann.

Die eigene Vergangenheit ist immer die der Begegnung mit anderen, du begegnest ihr in der Wiederbegegnung mit ihnen. Dazu gehören auch die nicht mehr Lebenden, wie Thälmann, Liebknecht, Luxemburg, Marx, Engels und Lenin. Es ist eine wunderbare Fügung, dass diese Begegnung durch Eure Gründung im DDR-Kabinett in Bochum stattfinden können.

Wenn es die junge Generation nicht zulässt, dass der Kapitalismus die Welt durch frevelhaft gierige Vernichtung ihrer Substanz schon in einigen Generationen vernichtet, wird die marxistische Idee der Befreiung von der kapitalistischen Ausbeutung wieder aus dem Feuer, dass ihr aus der Geschichte holt, auflodern und die unterbrochene Bewegung zum Siege führen.

Dafür gilt Dir und Deinen Freunden unser besondere Dank und Glückwunsch.

In tiefer Verbundenheit

Christl und Horst Joachimi 

Berlin, 4. März 2013

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